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Spezialisierte Hand-, Handgelenk- und Armchirurgie
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Dr. Mohammed SafwatFacharzt für Orthopädie, Hand- und Mikrochirurgie
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Behandlung

Nervenrekonstruktion

Überblick

Ein durchtrennter Nerv erholt sich nicht von selbst. Die Fasern jenseits der Verletzung gehen zugrunde, und das Aussprossen aus dem durchtrennten Ende findet keine geordnete Bahn – die Folge sind bleibende Taubheit, Ausfall der Muskelfunktion und häufig ein schmerzhaftes Neurom. Die Rekonstruktion richtet die beiden Enden unter Vergrößerung exakt aneinander aus, damit die regenerierenden Axone ihre ursprünglichen Bahnen finden. Besteht eine Lücke, die sich nicht spannungsfrei schließen lässt, wird sie mit einem Transplantat oder einem Conduit überbrückt, denn eine Naht unter Spannung versagt. Zeitpunkt, Genauigkeit und Vergrößerung bestimmen das Ergebnis.

Für wen kommt das infrage?

Alle Patienten mit durchtrenntem peripherem Nerv, meist nach einer Schnittverletzung an Hand, Handgelenk oder Unterarm, erkennbar am Sensibilitätsausfall in einem bestimmten Nervengebiet oder am Ausfall einer bestimmten Muskelfunktion – nicht am Aussehen der Wunde. Die Naht gelingt am besten innerhalb weniger Tage. Bei einer Verzögerung über Wochen bis Monate ist eine direkte Naht wegen Retraktion und Vernarbung oft nicht mehr möglich, und es kommen ein Nerventransplantat oder ein Sehnentransfer in Betracht. Die Ergebnisse sind bei Kindern, bei weiter distal gelegenen Verletzungen, bei rein sensiblen Nerven und bei scharfen, sauberen Durchtrennungen deutlich besser als bei Erwachsenen, proximalen Verletzungen, gemischten Nerven sowie Quetsch- und Ausrissverletzungen.

Wie der Eingriff abläuft

Durchgeführt in Regional- oder Vollnarkose, meist ambulant, unter dem Operationsmikroskop oder mit stark vergrößernden Lupenbrillen. Die Wunde wird erweitert, beide Nervenenden werden dargestellt und bis auf gesundes Faszikelgewebe zurückgeschnitten, und die Enden werden anhand des Faszikelmusters und der Oberflächengefäße so ausgerichtet, dass motorische und sensible Fasern korrekt zugeordnet sind. Sehr feine Nähte werden in das Epineurium gesetzt – gerade so viele, wie die Ausrichtung hält, denn überschüssiges Nahtmaterial provoziert Narbenbildung. Bleibt eine Lücke, wird sie mit einem Nerventransplantat, meist dem Nervus suralis, oder bei kurzen Defekten kleiner sensibler Nerven mit einem Conduit überbrückt. Begleitende Sehnen-, Gefäß- und Knochenverletzungen werden im selben Eingriff versorgt, und die Extremität wird in einer Stellung geschient, die die Naht spannungsfrei hält.

Genesungsverlauf

Dies ist die längste Genesung der Handchirurgie. Die Naht wird etwa drei bis vier Wochen in einer Schiene geschützt, bevor die Bewegung gesteigert wird. Die Axone regenerieren anschließend von der Nahtstelle aus mit etwa einem Millimeter pro Tag; von einer Naht in Handgelenkshöhe bis zur Fingerkuppe dauert das somit ungefähr sechs bis zwölf Monate, was anhand eines wandernden Hoffmann-Tinel-Zeichens verfolgt wird. Die Sensibilität kehrt in einer festen Reihenfolge zurück – tiefe Berührung, dann bewegte Berührung, dann leichte Berührung und Diskrimination –, und eine sensible Reedukation mit einer Handtherapeutin verbessert das funktionelle Ergebnis deutlich. Die Muskelerholung muss, wo motorische Fasern durchtrennt waren, eintreten, bevor der Muskel irreversibel atrophiert; daraus ergibt sich eine praktische Grenze von etwa zwölf bis achtzehn Monaten.

Risiken und Abwägungen

Eine unvollständige Erholung ist die Regel, nicht die Ausnahme, und eine normale Sensibilität ist nach Naht eines gemischten Nervs beim Erwachsenen keine realistische Erwartung; das wird vor der Operation ausdrücklich besprochen. Schmerzhafte Neurome, Kälteempfindlichkeit – häufig, anhaltend und oft das lästigste Langzeitsymptom – sowie veränderte oder fehlgeleitete Empfindungen kommen vor. Bleibt die Regeneration aus, kann eine Revision mit Transplantat oder ein Sehnentransfer zur Wiederherstellung der Funktion nötig werden. Infektion, Steifigkeit der geschienten Gelenke und Taubheit an der Entnahmestelle eines Transplantats sind bekannt. Rauchen beeinträchtigt die Nervenregeneration.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Behandlung wird für jeden Patienten individuell festgelegt.